Dezember2
Heute sind wir auf Elefanten-Safari gegangen. Auf dem LKW, mit dem uns der Lewis aus dem Sand gezogen hatte, und auf dem jetzt jede Menge Bänke draufmontiert waren, sind wir losgezogen, um die kleine Herde Elefanten zu suchen, die auf dem hiesigen Gebiet lebt. Wir hatten da oben kein Dach und mussten uns dementsprechend erstmal eincremen. Einige hatten LSF 50 dabei. Hammer. Dabei hatten wir eigentlich erst 2 Tage richtiges afrikanisches Wetter mit sehr hohen Temperaturen.
Auf dem Weg jedenfalls haben wir einiges übers Spurenlesen vom Lewis gelernt, aber erstmal nichts von den Elefanten gefunden. Wir haben den Affenfelsen mit lauter Pavianen gesehen, jede Menge Esel, Ziegen und Echsen. Ich glaube, einmal war auch ein Springhase dabei, aber weit und breit nichts von den Elefanten. Als wir schon aufgeben wollten, weil der LKW drohte festzustecken, kam ein Elefanten-Bulle vorbei. Erst war er hinter den Büschen gut versteckt, aber Carrie, eine aus unserer Meute, entdeckte ihn. Langsam schlich er sich aus seinem Versteck und beäugte uns argwöhnisch. Dann trottete er aber gemütlich davon, als er merkte, dass wir ihm nichts Böses wollten. Naja, wir waren ja auch ein wenig entfernt! Aber es war ein tolles Erlebnis. Schade, dass wir nicht die ganze Gruppe gesehen haben, aber wir waren alle froh, wenigstens den einen gesehen zu haben. Ausserdem waren wir schon so durchgeröstet, dass wir froh waren, endlich wieder zurück zu fahren, was auch min. 2 Stunden gedauert hat.

Wieder zurück in der White Lady Lodge, mussten wir unser Zeug packen und nach einem leckeren Mittagessen, ging es weiter, zum nächsten Hotel. Unser Weg führte uns diesmal über ein trockenes Flußbett, was während der Regenzeit jede Menge Wasser führt. Um die Autos da einigermaßen sicher durchzubekommen und damit sie nicht stecken bleiben, mussten wir wieder die Luft aus den Reifen lassen. Ich durfte als erstes fahren, denn Roman wollte aus dem kofferraum Fotos machen. Vorher wurde uns noch gesagt, auf keinen Fall stehen bleiben oder Motor aus, weil man eventuell dann nicht mehr weiterkommt. Wir also alle los.
Ein wenigt Angst hat man schon bekommen, weil der Motor bei der Hitze und Anstrengung immer heißer wurde und so die Kraft nachließ und wir immer langsamer wurden. Bei mir ging es noch gut, weil ich nach einer Weile ein Gefühl entwickelt hatte und nicht mehr als 30 kmh gefahren bin, der Roman aber hatte echt Pech. Der Motor war wohl schon zu heiß, so dass die Leistung immer weiter nachließ und er so kaum von der Stelle kam und das bei einer hohen Drehzahl im 2. Gang. Über Funk teilten wir uns mit und der Führer suchte schnell eine sichere Stelle zum Anhalten, was sich aber als nicht so einfach erwies.

Irgendwann konnten wir halten und machten erstmal die Motorhaube auf, damit der Motor ein wenig abkühlen konnte. Man sagte uns, das Problem sei, dass der Motor nicht genug Fahrtwind bekäme, denn der Wind der von hinten kam, macht es dem Motor schwer, die heiße Luft nach hinten abzugeben. Um dem ein wenig abzuhelfen, machten die meisten die Klimaanlage aus und dafür die Heizung an, damit die Wärme schneller abtransportier wurde. So hatten einige in ihrem Fahrhaus ne kleine Sauna und waren dementsprechend rot. Nach diesem Halt ging es mit Ach und Krach weiter, denn einige hatten Schwierigkeiten, aus dem losen Sand wieder rauszukommen.
Nach einer Weile schafften wir es und weiter gings. Plötzlich hörte irgendwann das Flußbett einfach auf und unpraktischerweise direkt auf sumpfigen Untergrund, wo man schonmal gar nicht halten sollte. Per Funk entstand ein kleines Chaos, als unser Führer versuchte, alle davon abzuhalten, ihm in dieses Gebiet zu folgen. Leider klappte das nicht bei allen und so blieben eingie stecken. Auch wir. Es dauerte eine Weile, bis alle wieder frei waren. Einige Einheimisch beobachteten das Spektakel und freuten sich, als wir ihnen einige Wasserflaschen überließen. Vorallem die Kinder freuten sich über die Schokolade, die ich ihnen geschenkt habe. Das bekommen sie auch nicht alle Tage zu essen.

Als wir alle raugezogen worden waren und die Panik ein wenig nachgelassen hatte, versuchten wir uns einen Weg durch die Flußböschung zu suchen. Dabei schlugen wir so hart in ein Schlagloch, dass ich mir die Schulter ein wenig geprellt habe. Kein Abenteuer ohne Kampfnarbe, was?
Jedenfalls hatten wir es bald geschafft und erreichten nach weiteren 2 Stunden unser nächstes Domozil. Eine Lodge direkt auf einem Berg mit toller Aussicht auf die Savanne. Ich bin als erstes direkt in den Pool gesprungen, um mich abzukühlen.

Dann gab es wieder lecker Abendessen mit witzigen Gesprächen, allerdings nicht mehr so augelassen wie gestern, denn das heutige Abendeuter hat schon alle ziemlich gefordert und wir sind froh, bald schlafen zu können. Der morgige Tag wird entspannter und wir können auschlafen. Entweder bleiben wir am Pool oder schauen uns die Felsmalereien an, die es hier in der Gegend gibt. Mal sehen, was der Körper morgen sagt. Jetzt sagt mir meiner gerade, du bist vollgefuttert und extrem müde, also geh schlafen. Na denn, Gute Nacht!!